OpenStreetMap verfolgt das Ziel, weltweit lokales geografisches Wissen zu sammeln und eine Karte von den Menschen für die Menschen zu erstellen. In der Praxis besteht jedoch eine erhebliche Kluft zwischen diesem hochgesteckten Ideal und der tatsächlichen Realität der Kartierung.
Ein sehr gutes Beispiel, um diese Diskrepanz zwischen Ideal und Realität von OpenStreetMap zu veranschaulichen, ist die tierbezogene Infrastruktur. Die Tierhaltung ist in weiten Teilen der Welt von enormer wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung und macht weltweit einen erheblichen Teil der Landnutzung aus. Wildtiere und die von ihnen geschaffenen Strukturen bilden einen wesentlichen Teil der Ökosysteme. Dies spiegelt sich jedoch nicht in der praktischen Kartierung in OpenStreetMap wider. Die Kartierung von tierbezogener Infrastruktur und Landnutzung ist eher marginal, und die meisten Kartierungs- und Tagging-Konzepte in diesem Bereich sind im Vergleich zu anderen thematischen Bereichen semantisch recht oberflächlich. Darüber hinaus wird die Kartierung tierbezogener Infrastruktur von Elementen mit Bezug zu Haustieren dominiert.
Dies spiegelt die massive Überrepräsentation der städtischen Bevölkerung unter den Mappern in OpenStreetMap wider. Da Tierhaltung und Viehwirtschaft vorwiegend in ländlichen Gebieten betrieben werden, haben viele Mapper im Grunde keinen Bezug zu diesem gesamten Bereich.
Und diese Verzerrung spiegelt sich natürlich auch in Karten wider, die auf OpenStreetMap-Daten basieren. Selbst die differenzierte Darstellung der Landwirtschaft im Allgemeinen (wo die Erfassung etwas weiter verbreitet und detaillierter ist als bei der Tierhaltung) ist in OSM-basierten Karten selten, während Elemente, die nicht mit Haustieren zu tun haben, fast vollständig fehlen.
Ich habe jetzt ein paar Ideen entwickelt, wie man die wenigen Tier-bezogenen Elemente, für die sich in OpenStreetMap Konzepte zur Erfassung herausgebildet haben, in einer digitalen Karte darstellen kann. Details dazu erläutere ich in einem Beitrag in englischer Sprache.

