Deutsche Version auf Grundlage einer automatischen Übersetzung mit deepl.
In den letzten Tagen und Wochen gab es einiges Aufsehen um eine öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission zu einer Initiative namens „Towards European open digital ecosystems” (Auf dem Weg zu offenen digitalen Ökosystemen in Europa).
Obwohl der Titel in keiner Weise darauf hindeutet, dass es hierbei speziell um Softwareentwicklung geht – oder auch nur um Technologie im Allgemeinen, geht aus den Begleittexten eindeutig hervor, dass das Thema Softwareentwicklung ist und dass die Initiative sowohl finanzielle als auch die politische Maßnahmen umfasst.
Daher scheint ein erheblicher Teil der FOSS-Community derzeit angesichts der Aussicht auf einen Geldregen aus dem Häuschen zu sein, und es gab bereits mehr als tausend Kommentare zu der Konsultation.
Was ich bemerkenswert fand (und der Hauptgrund, warum ich dies hier schreibe), ist, dass viele Kommentare aus der Community in Richtung einer europäischen Version des deutschen Sovereign Tech Fund gehen. Der STF ist für mich insbesondere deshalb bemerkenswert, weil er das einzige mir bekannte offene öffentliche Förderprogramm ist, das das Matthäus-Prinzip (https://en.wikipedia.org/wiki/Matthew_effect) ausdrücklich festschreibt. Eines der Kernkriterien des STF ist die Prävalenz – was im Wesentlichen bedeutet, dass nur Projekte gefördert werden sollen, die bereits eine gewisse Marktdominanz erreicht haben. Eine wesentliche Ausweitung der FOSS-Förderung unter dieser Prämisse könnte verheerende Auswirkungen auf die Open-Source-Softwarelandschaft haben. Einer der großen praktischen Vorteile von Open-Source-Software ist die Vielfalt der verschiedenen Lösungen, die sowohl Anwendern als auch Entwicklern zur Verfügung stehen, und die daraus resultierende Widerstandsfähigkeit. Die wirtschaftliche Dynamik der Open-Source-Entwicklung ist in der Regel viel weniger anfällig für die Bildung von Monopolen und Oligopolen. Eine massive Finanzierung speziell der Marktführer und ausdrücklich nicht der innovativsten Projekte könnte dies jedoch durchaus ändern.
Nun möchte ich dieses Problem nicht überbewerten, denn viele andere Finanzierungsmöglichkeiten für die Entwicklung von Open-Source-Software – sowohl private als auch öffentliche – begünstigen de facto ebenfalls die Marktführer. Es ist jedoch bemerkenswert, dass man allen hier ostentativ vor Augen führt, dass man Steuergelder einsetzt, um im Wesentlichen bereits erfolgreiche und einflussreiche Projekte vor aufstrebender Konkurrenz zu schützen. Dies gilt umso mehr, wenn diese Vorgehensweise von der Entwicklergemeinde sogar mit Beifall aufgenommen wird.
Außerdem: Was mir in den Diskussionen und Kommentaren, die ich bisher gesehen habe, am meisten gefehlt hat, sind ernsthafte Diskussionen über den politischen Aspekt. In Europa gibt es zahlreiche Gesetze, die Open-Source-Software und offene Technologien im Allgemeinen erheblich behindern. Dazu gehören beispielsweise die Gesetze gegen die Umgehung technischer Maßnahmen, die eingeführt wurden, um Menschen daran zu hindern, die Technologie zu kontrollieren, die sie legal besitzen. Diese Dinge sind für offene digitale Ökosysteme viel wichtiger als eine kurzfristige Finanzspritze.
Ob diese Initiative ein Hinweis auf eine tatsächliche ernsthafte Bewegung hin zu einer offeneren digitalen Welt in Europa ist oder ob es sich im Wesentlichen nur um einen Versuch handelt, durch ein kurzfristiges Förderprogramm billige Arbeit aus der FOSS-Community für bestimmte Interessengebiete einflussreicher Akteure zu beschaffen, ist ungewiss. Eine ernsthafte Initiative erfordert erhebliche politische Veränderungen. Wenn es sich nur um einige hundert Millionen Euro an Zuschüssen und Subventionen handelt, dann handelt es sich vermutlich nicht um ein ernsthaftes Vorhaben.
Fazit: Wenn Sie Feedback zu dieser Initiative der Europäischen Kommission geben möchten, empfehle ich Ihnen, sich auf die folgenden Ideen zu konzentrieren:
- Die EU-Politik sollte so angepasst werden, dass sie kleine und unabhängige Akteure in diesem Bereich unterstützt, anstatt ihnen Hindernisse in den Weg zu legen, und dass sie die Offenheit sowohl von Technologie als auch von Wissens schützt und unterstützt – beispielsweise durch die Aufhebung von Gesetzen zur Umgehung von Schutzmaßnahmen.
- Öffentliche Mittel sollten zur Unterstützung von Innovationen und insbesondere für Arbeiten in Phasen vor der Entwicklung konkreter Produkte bereitgestellt werden. Dies wird viel mehr zur nachhaltigen Verbesserung der digitalen Fähigkeiten und Widerstandsfähigkeit Europas beitragen als kurzfristige Subventionen für bereits erfolgreiche Projekte.
- Letztendlich hängt der anhaltende Erfolg offener digitaler Ökosysteme davon ab, dass es eine langfristige wirtschaftliche und soziale Grundlage dafür gibt, dass Bürger sich mit Arbeit in diese Ökosysteme einbringen. Diese Grundlage kann nicht durch öffentliche Subventionen geschaffen werden, sondern muss von unserer Gesellschaft insgesamt kommen. Die Politik kann jedoch helfen, indem sie beispielsweise positive Beispiele setzt und öffentliche und öffentlich finanzierte Institutionen dazu verpflichtet, sich umfassend und uneingeschränkt an diesen offenen digitalen Ökosystemen zu beteiligen – sowohl als aktive Mitwirkende als auch als Konsumenten und ohne opportunistische Rosinenpickerei. Die Politik kann auch günstigere wirtschaftliche Bedingungen für die Arbeit an offenem Wissen und offener Technologie schaffen, beispielsweise durch eine geringere Besteuerung dieser Arbeit.
















